Bayrischer Sozialbericht 2012

Sozialministerin Haderthauer stellt den aktuellen Sozialbericht vor.

Stoff genug für kritische Einwürfe bietet er wahrlich: So ist etwa „eine deutliche Zunahme des Anteils von Haushalten ohne Kinder zu beobachten“, was nicht zuletzt etwas mit den unsicheren Perspektiven im Arbeitsleben zu tun hat. Immer häufiger müssen demnach auch Bayerns ArbeitnehmerInnen Jobs „mit niedrigen Stundenlöhnen“ annehmen, in Unsicherheit durch befristete Arbeitsverträgen leben oder sich gar nur mit Minijobs zufrieden geben und schaffen es nicht Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Es bleibt viel zu tun!

Hier der Link zum aktuellen Sozialbericht: Klick

Das Thema Frauen und Gleichstellung wird bei der „aktuellen Situation“ A unter Punkt 7 und 8, bei der „Situationsanalyse“ B in Kapitel 9/ 10 behandelt

Nicht meine Ministerin

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) unterzeichnet offenen Brief an Bundesministerin Kristina Schröder

26. April 2012

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner, hat einen offenen Brief auf der Internetseite nichtmeineministerin.de unterzeichnet, der sich gegen Kristina Schröders politische Positionen zu Quote und Betreuungsgeld sowie gegen ihr Buch und den Rundumschlag gegen „Feministinnen“ wendet.

„Wir fühlen uns von der für Frauen- und Familienpolitik zuständigen Ministerin Kristina Schröder nicht vertreten“, heißt es in dem Brief. „Kristina Schröder lässt uns mit unseren strukturellen Problemen alleine und tut sie als individuelle Probleme ab“, heißt es an anderer Stelle.

Die Projekte der Bundesministerin wie das Betreuungsgeld und die Flexiquote gehen in die falsche Richtung. Noch immer haben Frauen mit ungleicher Bezahlung, drohender Altersarmut aufgrund von Teilzeitarbeit, fehlenden Kitaplätzen und gläsernen Decken zu kämpfen.

Das Bündnis will den offenen Brief kommende Woche der Ministerin übergeben.

Zum Bündnis nichtmeineministerin.de zählen neben der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) unter anderem die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES, der Blog Mädchenmannschaft e.V., der Kegelklub der Piratenpartei sowie der Berliner Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen, der die Initiative gestartet hat.

Sie finden den offenen Brief unter http://www.nichtmeineministerin.de.

Equal Pay Day

Just my 2 Cents

Am 23.03.12 ist wieder Equal Pay Day. Irgendwie haben sich die Frauen anscheinend daran gewöhnt dass sie 23% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, wie sonst kann es sein, dass seit 2008 jedes Jahr im März die roten Taschen verteilt werden. Es hat sich nichts verändert, obwohl sich die Frauen Ihrer Benachteiligung bewusst sind.

Liegt es daran, dass Frauen nicht so gut verhandeln können wir Ihre männlichen Kollegen oder liegt es daran, dass auf der anderen Seite des Verhandlungstisches letztendlich immer ein Mann sitzt, der das letzte Sagen hat? Bei ersterem wäre das Problem ja einfach zu lösen: Frauen lernen erst einmal das Verhandeln, bevor sie sich auf den Arbeitsmarkt begeben. Beim zweiten wird es schon schwieriger: damit es hier gerechter zugeht, müssen mehr Frauen in Führungspositionen, die dann auch bereit sind Ihren Geschlechtsgenossinnen bei Gehaltsverhandlungen gleich zu behandeln wie Männer. Aber auch hier zeigen sich die Männer als Blockierer. In Großkonzernen sind in Vorständen und Aufsichtsräten nämlich fast ausschließlich Männer vertreten, die natürlich Ihre Pfründe sichern.

Solang Frauen nur selten in diese Führungspositionen vordringen, werden wir auch in 20 Jahren noch im März am Equal-Pay-Day rote Taschen verteilen.

So errechnet sich der Equal Pay Day: 52 Wochen/Jahr mal 5 Arbeitstage/Woche = 260 Arbeitstage/Jahr mal statistisch aktuell ermitteltem Entgeltunterschied in Prozent.

Gertrud Fetzer-Wenngatz