Zum Tod von Monica Lochner-Fischer

Am Freitag, den 3. August ist Monica Lochner-Fischer gestorben.

Monica war 1992 bis 2008 Landtagsabgeordnete der bayerischen SPD, bis 2006 frauenpolitische Sprecherin der Fraktion und zudem Vorsitzendes der bayerischen AsF.

Ich bin ihr persönlich nur ein paar Mal begegnet, aber sie hat mich bei jeder dieser Begegnungen sehr beeindruckt. Denn es war ihr anzumerken, dass sie mit ganzem Herzen für die Sache der kleinen (und mittleren) Leute stritt – für Gerechtigkeit also, das ursozialdemokratische Anliegen.

Dabei ging es ihr auch immer um Gerechtigkeit für Frauen. Als Monica anfing Politik zu machen, eckte man bzw. frau mit diesem Thema noch viel stärker an als heute. Aber das schreckte sie nicht ab. Sie wusste, dass Gerechtigkeit keine romantische Idee ist, sondern vor allem von der Verteilung von Arbeit und Geld abhängt. Deshalb setzte sie sich dafür ein, dass Frauen auch mit Kindern berufstätig sein können (sie selbst war fast ein Jahrzehnt lang alleinerziehende berufstätige Mutter). Deshalb war sie Haushaltpolitikerin. Und deshalb kämpfte sie für den Erhalt der staatlichen Sozial- und Rentenversicherung, die für sie das einzig verlässliche System der Absicherung waren.

Monica Lochner-Fischer wurde nur 60 Jahre alt. Sie wird in der bayerischen SPD fehlen – sie fehlt schon, seit ihre Erkrankung so schlimm wurde, dass sie sich von ihren politischen Ämter zurückziehen musste. Sie wird ganz besonders uns Frauen fehlen.

Ich wünsche ihrer Familie viel Kraft in der Zeit der Trauer. Uns allen wünsche ich, dass wir so mutig und stringent denken und handeln wie Monica.

Micky Wenngatz
stellvertretende Vorsitzende
der AsF Bayern

Bayrischer Sozialbericht 2012

Sozialministerin Haderthauer stellt den aktuellen Sozialbericht vor.

Stoff genug für kritische Einwürfe bietet er wahrlich: So ist etwa „eine deutliche Zunahme des Anteils von Haushalten ohne Kinder zu beobachten“, was nicht zuletzt etwas mit den unsicheren Perspektiven im Arbeitsleben zu tun hat. Immer häufiger müssen demnach auch Bayerns ArbeitnehmerInnen Jobs „mit niedrigen Stundenlöhnen“ annehmen, in Unsicherheit durch befristete Arbeitsverträgen leben oder sich gar nur mit Minijobs zufrieden geben und schaffen es nicht Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Es bleibt viel zu tun!

Hier der Link zum aktuellen Sozialbericht: Klick

Das Thema Frauen und Gleichstellung wird bei der „aktuellen Situation“ A unter Punkt 7 und 8, bei der „Situationsanalyse“ B in Kapitel 9/ 10 behandelt

Betreuungsgeld – nicht mit uns!

Das Betreuungsgeld wird den Staat voraussichtlich 1,2 Milliarden Euro jährlich kosten. Mit diesem Geld könnten 120.000 neue Kitaplätze geschaffen werden. Am Donnerstag debattiert der Bundestag die umstrittene Fernhalteprämie. Sollte das Betreuungsgeld Gesetz werden und das Geld nicht in den Kita-Ausbau fließen, droht der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz endgültig zu scheitern.

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Nicht meine Ministerin

Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) unterzeichnet offenen Brief an Bundesministerin Kristina Schröder

26. April 2012

Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Elke Ferner, hat einen offenen Brief auf der Internetseite nichtmeineministerin.de unterzeichnet, der sich gegen Kristina Schröders politische Positionen zu Quote und Betreuungsgeld sowie gegen ihr Buch und den Rundumschlag gegen „Feministinnen“ wendet.

„Wir fühlen uns von der für Frauen- und Familienpolitik zuständigen Ministerin Kristina Schröder nicht vertreten“, heißt es in dem Brief. „Kristina Schröder lässt uns mit unseren strukturellen Problemen alleine und tut sie als individuelle Probleme ab“, heißt es an anderer Stelle.

Die Projekte der Bundesministerin wie das Betreuungsgeld und die Flexiquote gehen in die falsche Richtung. Noch immer haben Frauen mit ungleicher Bezahlung, drohender Altersarmut aufgrund von Teilzeitarbeit, fehlenden Kitaplätzen und gläsernen Decken zu kämpfen.

Das Bündnis will den offenen Brief kommende Woche der Ministerin übergeben.

Zum Bündnis nichtmeineministerin.de zählen neben der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) unter anderem die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES, der Blog Mädchenmannschaft e.V., der Kegelklub der Piratenpartei sowie der Berliner Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen, der die Initiative gestartet hat.

Sie finden den offenen Brief unter http://www.nichtmeineministerin.de.

Equal Pay Day

Just my 2 Cents

Am 23.03.12 ist wieder Equal Pay Day. Irgendwie haben sich die Frauen anscheinend daran gewöhnt dass sie 23% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, wie sonst kann es sein, dass seit 2008 jedes Jahr im März die roten Taschen verteilt werden. Es hat sich nichts verändert, obwohl sich die Frauen Ihrer Benachteiligung bewusst sind.

Liegt es daran, dass Frauen nicht so gut verhandeln können wir Ihre männlichen Kollegen oder liegt es daran, dass auf der anderen Seite des Verhandlungstisches letztendlich immer ein Mann sitzt, der das letzte Sagen hat? Bei ersterem wäre das Problem ja einfach zu lösen: Frauen lernen erst einmal das Verhandeln, bevor sie sich auf den Arbeitsmarkt begeben. Beim zweiten wird es schon schwieriger: damit es hier gerechter zugeht, müssen mehr Frauen in Führungspositionen, die dann auch bereit sind Ihren Geschlechtsgenossinnen bei Gehaltsverhandlungen gleich zu behandeln wie Männer. Aber auch hier zeigen sich die Männer als Blockierer. In Großkonzernen sind in Vorständen und Aufsichtsräten nämlich fast ausschließlich Männer vertreten, die natürlich Ihre Pfründe sichern.

Solang Frauen nur selten in diese Führungspositionen vordringen, werden wir auch in 20 Jahren noch im März am Equal-Pay-Day rote Taschen verteilen.

So errechnet sich der Equal Pay Day: 52 Wochen/Jahr mal 5 Arbeitstage/Woche = 260 Arbeitstage/Jahr mal statistisch aktuell ermitteltem Entgeltunterschied in Prozent.

Gertrud Fetzer-Wenngatz

Bericht zur AsF Oberbayernkonferenz

Das Wichtigste gleich vorweg: Es standen Wahlen des Vorstandes an. Dank eines routinierten Präsidiums (Danke an Ulli Boesser und Louisa Pehle) konnten die Formalia einer solchen Konferenz schnell und effektiv abgewickelt werden.

Maria Noichl wurde erneut zur Vorsitzenden gewählt.
Ihr stehen als Stellvertreterinnen zur Seite: Silke Clerkin, Theresa Blaschke, Evica Fischer und Micky Wenngatz
Schriftführerin ist wieder Nicole Meyer (siehe Foto hier)

Die Liste mit den UB-Beisitzerinnen folgt in den nächsten Tagen.

Mehr Frauen in die Kommunalpolitik

Als Gast (In Teilen Österreichs gibt es den Begriff Gästin) konnten wir Johanna Rumschöttel, Landrätin des LKR München-Land gewinnen. Sie berichtet eindruckvoll und lebendig aus dem Leben einer SPD Landrätin in Bayern.

Eine Zusammenfassung folgt in den nächsten Tagen, ich bitte um etwas Geduld.

Berliner Erklärung

Berliner Erklärung – Erster Schritt für gesetzliche Quote

Mit der „Berliner Erklärung“ fordert ein breites gesellschaftliches Bündnis öffentlich eine verbindliche Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter, mitbestimmungspflichtiger und öffentlicher Unternehmen in Deutschland.

Mit der Berliner Erklärung haben sich erstmals Frauen aller Fraktionen des Deutschen Bundestages gemeinsam zur Frage gesetzlicher Vorgaben mit dem Ziel der Erhöhung des Frauenanteils in den Führungsetagen der Wirtschaft positioniert und gemeinsame Forderungen aufgestellt.

Es ist unerträglich, wenn nach wie vor viel hochqualifizierte Frauen in Deutschland an die „gläserne Decke“ stoßen. Beispielsweise sind nur 2,5 Prozent der Vorstandsposten der 200 größten deutschen Unternehmen mit Frauen besetzt. Die „Berliner Erklärung“ ist auch ein Zeichen dafür, dass sich endlich auch auch bei uns in Deutschland die Erkenntnis durch setzt, dass wir mit freiwilligen Vereinbarungen nicht weiterkommen.

Damit sei das Ziel, die Gleichstellung, aber noch nicht erreicht. „Das ist ein erster Schritt“ machte Maria Noichl, MdL deutlich. „Schon viel zu lange ringen CDU/CSU und FDP um eine klare Position. Der Gipfel ist der Vorschlag von Ministerin Schröder zu einer sogenannten Flexiquote. Gleichstellungspolitik mit Herz und Hand sieht anders aus. Die SPD zielt auf eine verbindliche, gesetzlich 40 Prozentquote nicht nur in Aufsichtsräten sondern auch in Vorständen deutscher Konzerne“. Einen entsprechenden Gesetzentwurf wird die SPD- Bundestagsfraktion zur Abstimmung im Bundestag stellen.

 

„Unterschreiben auch Sie die „Berliner Erklärung“ und machen so ihre Unterstützung deutlich. Die Berliner Erklärung kann im Internet unter http://www.berlinererklaerung.de unterschrieben werden.
Marial Noichl, MdL
Vorsitzende AsF Oberbayern